Interkristalline Korrosion (IK)

Interkristalline Korrosion kann durch den Einsatz niedrig-kohlenstoffhaltiger Stähle verhindert werden.

In einem mittleren Temperaturbereich können sich in nichtrostendem Stahl an den Korngrenzen Chromkarbide bilden, mit dem Ergebnis einer Chromverarmung im korngrenzennahen Bereich und damit einer Anfälligkeit des nichtrostenden Stahls gegenüber interkristalliner Korrosion.
Interkristalline Korrosion, generell abgekürztIK, stellt einen Korrosionsangriff dar, der bei nichtrostenden Stählen in oder neben den Korngrenzen auftreten kann.  Sie zeigt sich insbesondere in der Wärmeeinflusszone (WEZ) von Schweißnähten.  Dort oder unabhängig davon an solchen Stellen, an denen der Werkstoff auf Temperaturen von 500-900.°C erwärmt wird, kann es zur Ausscheidung von Chromkarbiden bevorzugt an den Korngrenzen kommen, mit dem Ergebnis einer Chromverarmung im korngrenzennahen Bereich.  Diese kann soweit gehen, dass dort bei entsprechender Korrosionsbeanspruchung keine hinreichende Korrosionsbeständigkeit mehr gegeben ist, und es dort zu interkristalliner Korrosion kommt.  Diese kann auch die Form einer längs der Korngrenzen verlaufenden Lochkorrosion annehmen.  Man spricht dann von einer Sensibilisierung.


Interkristalline Korrosion kann durch den Einsatz niedrig kohlenstoffhaltiger Sorten verhindert werden.  Bei ihnen ist der Kohlenstoffgehalt so weit abgesenkt, dass sich während der Abkühlung nach dem Schweißen keine Chromkarbide bilden können.  Die am häufigsten eingesetzten „Low-Carbon“-Sorten sind EN.1.4307 (AISI.304L) und 1.4404 (316L).


Die Stabilisierung ist die andere — traditionellere — Möglichkeit, interkristalline Korrosion zu vermeiden.  Stabilisierte Sorten sind mit Titan oder Niob legiert.  Bei diesen Sorten wird der Kohlenstoff im Zuge einer Stabilisierungsglühungin hinreichendem Umfang durch diese Elemente abgebunden, so dass es im mittleren Temperaturbereich zwischen ca. 500 und 900.°C nicht zur Ausscheidung von Chromkarbiden im interkristallinen Bereich kommt.  Vertreter dieser Stähle sind die titanlegierte Sorte EN.1.4541 (AISI.321) und die nioblegierte Sorte 1.4550 (347).